Matthias Ernst Pista

Magistratsbeamter. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1894    † 1943

 

Lebenslauf

Matthias Ernst Pista wurde am 12.1.1894 in Wien geboren. Er war Magistratsbeamter. 1920 schloß er sich der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich an. Von 1926 - 1934 war er Vertrauensmann im Verband der Angestellten der Gemeinde Wien. Er war im städtischen Wohlfahrtsamt (MA 15) beschäftigt.

Bezirksleiter der KPÖ in Wien-Floridsdorf

Im Mai  1939 wurde Matthias Ernst Pista Mitglied der KPÖ. Er fungierte als Bezirksleiter in Wien-Floridsdorf.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 20. 1. 1941 wurde Matthias Ernst Pista verhaftet und am 23. 11. 1942 gemeinsam mit Ernst Spatz, Engelbert Magrutsch, Johann Mörth und Josef Hammerschmid (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 13.4.1943 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Anfang 1940 wurde Pista, der schon damals in Verdacht hochverräterischer Betätigung stand, von der Geheimen Staatspolizei vernommen. Deshalb gab er im Frühjahr 1940 seine Bezirksleiterstelle auf. Da um dieselbe Zeit die Stadtleitung der KPÖ in Wien verhaftet worden war, trat Pista nunmehr der sich bildenden provisorischen neuen Stadtleitung bei. Er führte mit leitenden KPÖ-Funktionären bis zum Jänner 1941 zahlreiche Besprechungen, welche die Neuorganisierung der KPÖ in Wien zum Gegenstand hatten.“

Benennung einer Verkehrsfläche nach Matthias Ernst Pista

Eine Verkehrsfläche in Wien 21 ist nach ihm benannt (Matthias Ernst Pista-Gasse); eine 1955 vom KZ-Verband geforderte Gedenktafel für Pista, Dirmhirn, Schönfeld, Serfecz u. a. am Wiener Rathaus, wurde von der Gemeinde Wien abgelehnt.

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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